Consent Mode v2 verständlich erklärt

Seit März 2024 ist Consent Mode v2 für viele Funktionen von Google Ads im Europäischen Wirtschaftsraum Pflicht. Was dahintersteckt, welche Variante du brauchst und wie du prüfst, ob alles funktioniert.

Von Adrian LeyAktualisiert am ca. 7 Minuten Lesezeit

Kurz erklärt

Consent Mode v2 ist eine Schnittstelle von Google. Sie übermittelt den Einwilligungsstatus aus deinem Cookie-Banner an Google Ads, Google Analytics 4 und den Tag Manager. Seit März 2024 brauchen Werbetreibende sie im Europäischen Wirtschaftsraum, um Remarketing und personalisierte Werbung weiter zu nutzen.

Dieser Artikel erklärt die Technik und ist keine Rechtsberatung. Wie du Einwilligungen rechtlich gestaltest, klärst du mit deiner Datenschutzberatung.

Was ist Consent Mode?

Consent Mode ist eine Schnittstelle von Google. Sie teilt Google-Diensten wie Google Ads, Google Analytics 4 und dem Tag Manager mit, welche Einwilligungen ein Besucher in deinem Cookie-Banner erteilt hat. Die Google-Tags passen ihr Verhalten daran an: Ohne Einwilligung werden zum Beispiel keine Werbe-Cookies gesetzt.

Mit Version 2, die Google Ende 2023 angekündigt hat, kamen zwei neue Parameter hinzu. Hintergrund sind die Anforderungen des Digital Markets Act und Googles Richtlinie zur Einwilligung von Nutzern in der EU. Seit März 2024 brauchen Werbetreibende Consent Mode v2, wenn sie für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum Funktionen wie Remarketing und personalisierte Werbung weiter nutzen wollen.

Die vier wichtigen Parameter

ParameterSteuert
ad_storageob Cookies für Werbezwecke gespeichert werden dürfen
analytics_storageob Cookies für Analysezwecke gespeichert werden dürfen
ad_user_data neu in v2ob Nutzerdaten für Werbezwecke an Google gesendet werden dürfen
ad_personalization neu in v2ob Daten für personalisierte Werbung, etwa Remarketing, genutzt werden dürfen

Jeder Parameter kann den Wert granted (erlaubt) oder denied (abgelehnt) haben. Vor der Entscheidung des Besuchers werden Standardwerte gesetzt, in der EU üblicherweise alles auf denied.

Basic oder Advanced: Worin sich die Varianten unterscheiden

  • Basic Mode: Google-Tags werden erst geladen, wenn der Besucher zugestimmt hat. Ohne Einwilligung fließen keine Daten an Google. Google kann fehlende Conversions dann nur mit einem allgemeinen Modell schätzen.
  • Advanced Mode: Die Tags laden sofort, aber ohne Einwilligung im eingeschränkten Modus. Sie senden sogenannte cookielose Pings ohne Cookies. Daraus kann Google genauer modellieren, wie viele Conversions bei abgelehnter Einwilligung vermutlich stattgefunden haben.

Der Advanced Mode liefert also bessere Daten für Google Ads, sendet aber bereits vor einer Einwilligung Signale an Google. Wie das mit der DSGVO und den nationalen Regeln für Endgerätezugriffe vereinbar ist, in Österreich § 165 Abs. 3 TKG 2021, in Deutschland § 25 TDDDG, wird unterschiedlich bewertet. Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für den Basic Mode. Diese Website nutzt zum Beispiel den Basic Mode: Der Google Tag Manager wird erst nach Zustimmung geladen.

Was passiert ohne Consent Mode v2?

Ohne korrekt übermittelte Einwilligungssignale schränkt Google für Nutzer im EWR Funktionen ein. Betroffen sind vor allem das Erstellen und Nutzen von Remarketing-Listen und personalisierte Werbung. Außerdem fehlen Daten für die Conversion-Modellierung, und Gebotsstrategien bekommen weniger Signale. Das Ergebnis sind meist weniger Conversions im Konto und schlechtere Optimierung.

So prüfst du, ob Consent Mode funktioniert

  1. Google Tag Assistant: Im Vorschaumodus des Tag Managers siehst du unter „Consent“ die Standardwerte und die Werte nach der Auswahl im Banner.
  2. Google Ads Diagnose: In der Übersicht der Conversion-Aktionen zeigt Google an, ob Einwilligungssignale empfangen werden.
  3. Netzwerk-Anfragen: Für Technikinteressierte: Google-Anfragen enthalten den Parameter gcs. G100 bedeutet, Werbe- und Analyse-Speicher sind abgelehnt, G111 heißt, beides ist erlaubt. Der Parameter gcd enthält zusätzlich die Signale aus Version 2.
  4. Gegentest: Banner ablehnen, Seite neu laden und prüfen, dass keine Werbe-Cookies wie _gcl_au gesetzt werden.

Checkliste für die Einrichtung

  • Standardwerte werden vor allen Google-Tags gesetzt, in der EU auf denied
  • Alle vier Parameter werden nach der Auswahl im Banner aktualisiert
  • Der Banner bietet Ablehnen genauso einfach an wie Zustimmen
  • Die Auswahl lässt sich jederzeit ändern, etwa über einen Link im Footer
  • Basic oder Advanced Mode ist bewusst und dokumentiert gewählt
  • Datenschutzerklärung und Banner-Texte beschreiben die eingesetzten Dienste

Häufige Fragen

Ersetzt Consent Mode das Cookie-Banner?

Nein. Consent Mode ist nur die Verbindung zwischen deinem Banner und den Google-Tags. Die Einwilligung selbst holst du weiterhin über dein Banner oder eine Consent-Management-Plattform ein.

Brauche ich Consent Mode auch ohne Google Ads?

Wenn du Google Analytics 4 nutzt, ist er sinnvoll, weil GA4 die Einwilligung berücksichtigt und mit dem Advanced Mode Lücken modellieren kann. Pflicht im Sinne der Google-Richtlinien ist er vor allem für Werbefunktionen.

Funktioniert Consent Mode mit Server-Side Tracking?

Ja. Die Einwilligungssignale werden an den Server-Container weitergegeben und dort bei der Weiterleitung berücksichtigt. Mehr dazu auf der Seite Tracking & Analytics.

Adrian Ley ist Gründer der Ley Consulting GmbH in Wien und richtet Tracking mit GA4, Tag Manager, Consent Mode v2 und Server-Side Tracking ein.

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